Eine Tagung des Instituts für Axiologische Forschungen anlässlich seines 10. Jubiläums
in Kooperation mit der Volkshochschule Hietzing als Projektpartnerin des Europäischen Projektes SuVal
"Separating and Unifying Values: Trails of West-Eastern Values. Was uns trennt und was uns eint".
Werte sind Maßstäbe für unser Denken und Handeln, sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Leben. Auch wenn wir ständig Ereignisse und Situationen sowie andere Menschen bewerten, sind wir uns dessen nicht immer bewusst. Oft kommt erst anhand von Konflikten zum Vorschein, was uns wirklich wichtig ist, welchen Werten wir folgen. Diese Werte unterliegen allerdings einem Wandel, nicht nur zwischen Generationen, sondern auch innerhalb von Gesellschaften und Kulturen. Werte haben die Eigenschaft sowohl zu verbinden und eine Gemeinschaftszugehörigkeit herzustellen, als auch zu trennen, indem sie Ausschlüsse produzieren.
Ziel der Tagung ist es, die Verschränkung zwischen gesellschaftlichen und persönlichen Werten im heutigen Europa aufzuzeigen. Was sind Werte überhaupt, welche Rolle spielen sie in unserem Leben und wie hat sich das Werteverständnis in Europa entwickelt.
Tagungsprogramm:
• Vortrag von Prof.in Dr.in Yvanka Raynova: Werte im Wandel: Über verbindende und trennende Werte im heutigen Europa.
• Ergebnis der Umfrage „Werte wählen“
• Vortrag Dr.in Susanne Moser: Von den Menschenrechten zu den Europäischen Grundwerten
• Diskussion zur Ausstellung des Fotoklubs Meidling: „Die Blumen des Guten“
• Podiumsdiskussion
"Rights and Values in Expanding Europe:
A Mutual Enrichment through Different Traditions"
Eine internationale Konferenz
Mitveranstalter:
Goethe Institut - Sofia
Institut für Axiologische Forschungen – Wien
Italienisches Kulturinstitut - Sofia
The Sofia University - Graduate Programme in Philosophy Taught in English
Internationale Konferenz zum 100. Geburtstag von Jean-Paul Sartre (1905-1980)
organisiert vom Institut für Axiologische Forschungen
in Kooperation mit der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien
Zeit: 2. bis 4. Juni 2005, 10:00-18:00 Uhr
Ort: Universität Wien, Kleiner Festsaal
Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
TeilnehmerInnen: Prof. Dr. Michel Rybalka, Prof. Dr. François Noudelmann, Prof. Dr. Christina Howells, Prof. Dr. Peter Kampits, Prof. Dr. Yvanka B. Raynova, Prof. Dr. Alfredo Gomez-Muller, Prof. Dr. Thomas Flynn, Prof. Dr. Peter Caws, Prof. Dr. Bernhard Waldenfels, Prof. Dr. Raul Fornet-Betancourt, Prof. Dr. Erik Vogt, Dr. Susanne Moser
Konzept und wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Yvanka B. Raynova
Ziel der Veranstaltung ist es, die doppelte Reichweite von Sartres kritischem Denken hervorzuheben: zum einen in Hinsicht auf die Rolle, die es für "seine" Zeit gespielt hatte, zum anderen in Hinsicht auf die Bedeutung für die "unsrige". Aus dieser Perspektive soll, erstens, Sartres kritischer Beitrag in seinen Diskussionen mit Zeitgenossen sowie den Repräsentanten der verschiedensten Strömungen wie Phänomenologie, Hermeneutik und (Post)Strukturalismus erörtert werden, zweitens, die mannigfaltige Rezeption des Sartreschen Werks nachvollzogen, und drittens, bestimmte Prämissen seines Denkens, die Lösungsansätze zu aktuellen philosophischen und sozialpolitischen Fragestellungen liefern könnten sichtbar gemacht werden. Speziell berücksichtigt werden die axiologischen Aspekte seines Werks, wie z.B. die Thematisierung der Freiheit als Grundlage und Ziel der Ethik, das Problem der Anerkennung des Anderen, die Werteproblematik im Kontext der Humanismusdebatten usw. Dabei werden nicht nur Sartres Hauptwerke, sondern auch weniger bekannte Texte und posthume Werke analysiert. Sartres Auffassung der Tätigkeit des engagierten Intellektuellen als einer Art "Schreiben für seine Zeit" zieht die Aufgabe nach sich den Begriff der "temps modernes" mit dem er sowohl seine Epoche als auch die von ihm mitbegründete Zeitschrift bezeichnete, näher zu betrachten. In diesem Kontext wird der Frage nachgegangen, inwiefern Sartres Kritik der Moderne ihn als Vorläufer postmoderner Theorien erscheinen lässt.
"Philosophie, Interpretation, Verantwortung:
Phänomenologische und hermeneutische Perspektiven"
23-25 September 2004, Goethe-Institut Sofia
Organisatoren der Konferenz sind das Bulgarische Zentrum für Phänomenologie am Department für Europäische Gegenwartsphilosophie des Instituts für Philosophie an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Zentrum für Phänomenologie und Hermeneutik der Werte des Instituts für Axiologische Forschungen, dem Open Society Institut Sofia und dem Gothe-Institut Sofia.
Ziel der Konferenz ist es die Verantwortungsproblematik, die seit Husserl einen zentralen Platz in der Phänomenologie einnimmt, aus der Perspektive der Gegenwart erneut zu thematisieren. Außer einer Neulektüre der "Klassiker" der Phänomenologie und der Hermeneutik hinsichtlich ihrer verschiedenen Verantwortungskonzepte werden auch diverse aktuelle Fragen zur Diskussion gestellt wie z. B.: Inwiefern verweist die Philosophie durch Interpretation auf das denkende und handelnde Subjekt bzw. auf Wahl, Engagement, Verantwortung? Ist Interpretation nur "Interpretationssache"? Inwiefern hat sie mit Macht und Machtdiskursen zu tun? Worin besteht die Verantwortung des Philosophen als Zeuge seiner Zeit und inwiefern kann er sich dieser entziehen? Wie werden Mythen und Ausschlüsse durch Interpretationen produziert und wie soll man damit umgehen? Kann die hermeneutische Phänomenologie als Vermittlung in Konfliktsituationen fungieren? Welche Spannungen oder/und Verbindungen gibt es zwischen den Perspektiven der Phänomenologie und den Ansätzen der Diskursethik, der multikulturellen Philosophie, der Philosophie der Befreiung, des Feminismus, des Postmodernismus?
Die Vorträge werden in Form eines Sammelbandes auf Deutsch (zusätzlich auch auf Bulgarisch) veröffentlicht werden. Die deutschsprachige Publikation wird im Rahmen der Bücherreihe "Philosophie, Phänomenologie und Hermeneutik der Werte" des Instituts für Axiologische Forschungen im Peter Lang Verlag erscheinen.
Die Vorträge sind strikt by invitation. Die Konferenzsprache ist Deutsch mit Simultanübersetzung ins Bulgarische.
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Yvanka B. Raynova
TeilnehmerInnen: Philip Buckley (Montreal), Artur Boelderl (Linz), Lukas M. Vosicky (Wien), Dmitri Ginev (Sofia), Dimitar Denkov (Sofia), Domenico Jervolino (Rom/Neapel), Enrique Dussel (Mexiko), Peter Kampits (Wien), Antje Kapust (Bochum), Hans-Peter Krüger (Potsdam), Javier San Martin (Madrid), Susanne Moser (Wien), Dethlef Thiel (Wiesbaden)
"Challenging Women's Global Inequalities:
Some Priorities for Western Philosophers"
Vortrag von ALISON M. JAGGAR
Ort: Institut für Philosophie, Universitätsstrasse 7, A-1010 Wien, NIG, 2. Stock, Hörsaal 2H
Zeit: Montag, 19 Mai 2003, 18 Uhr
Sprache: Englisch
Moderation: Yvanka B. Raynova
Der Vortrag fand im Rahmen des Invited Lectures Programms "Vorlesungen zur Axiologie" des Instituts für Axiologische Forschungen in Kooperation mit der AG Frauenforschung des Instituts für Philosophie der Universität Wien statt. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Büro für Internationale Beziehungen der Universität Wien und der Österreichischen Forschungsgemeinschaft.
Weltweit leiden nach wie vor weitaus mehr Frauen als Männer unter Armut, Ausbeutung, Gewalt, sexuellem Missbrauch und politischer Marginalisierung. Westliche Philosophinnen sehen das Grundübel zumeist in einem kulturellen Relativismus, der bestimmte Praktiken legitimiert und setzen diesen ein Set von universellen Werten gegenüber, mit deren Hilfe Geschlechterungerechtigkeiten festgestellt und verurteilt werden können, wo immer sie auftreten. In ihrem Vortrag wendet sich Alison Jaggar gegendiese generelle Praxis der Überprüfung nichtwestlicher Praktiken und fordert statt dessen die westlichen Philosophinnen dazu auf, in kritischer Weise zu untersuchen, inwieweit die Verarmung und politische Marginalisierung von Frauen im globalen Süden nicht selbst eine Folge der Einmischung westlicher Länder darstellt. Dieser Zugang, so Jaggar, würde weit mehr mit der laufenden politisch- ökonomischen Realität übereinstimmen und auch besser die eigene geo-politische Verortung mitberücksichtigen.
Zur Person: Alison Jaggar ist Professorin für Philosophie und Frauenforschung an der Universität Colorado at Boulder (USA), ehemalige Wilson Professorin für Ethik an der Universität Cincinnaty, Gründungsmitglied der Society for Women in Philosophy, ehemalige Vorsitzende des Committee on the Status of Women der American Philosophical Association, Autorin von Feminist Politics and Human Nature (1983, 1988), Herausgeberin von Living with Contradictions (1994) und Mitherausgeberin von Feminist Frameworks: Alternative Theoretical Accounts of the relations between Women and Men (1978, 1984), Gender/Body/Knowledge: Feminist Reconstructions of Being and Knowing (1989), Morality and Social Justice: Point Counterpoint (1995), A Companion to Feminist Philosophy (1998) u.a. Zur Zeit arbeitet sie an den Büchern Sex, Truth and Power: A Feminist Theory of Moral Reason und Globalism and Women's Equality.
SEMINARE & ARBEITSTREFFEN
Laufendes Seminar
Das Seminar findet am Institut für Axiologische Forschungen jeden ersten Freitag des Monats von 18 bis 20 Uhr. Das Seminar ist offen für die Arbeitsgruppen und eingeladene Spezialisten.
• "Interpretation und Werte" (Wintersemester 2004 - Sommersemester 2005)
• "Werte in Konflikt: Probleme und Lösungsansätze" (Wintersemester 2002 - Sommersemester 2004)
• "Werte und Praxis im Kontext der Globalisierung" (Wintersemester 2001 - Sommersemester 2002)
• "Europäische, nationale und internationale Werte" (Wintersemester 2000 - Sommersemester 2001)
• "Die Philosophie zwischen neue und alte Werte" Wintersemester 1999 - Sommersemester 2000); Als Abschluss wurde eine Sektion zum selben Thema innerhalb der Internationalen Sommerschule in Varna vom 31 Mai - 1 Juni 2000 organisiert.
Arbeitstreffen
• Arbeitstreffen mit Paul Ricœur in Zusammenhang mit der Gestaltung seiner Homepage und der ihm gewidmeten Forschungsprojekte (30 September - 3 Oktober 2001)
• Arbeitstreffen mit A.-T. Tymieniecka (19-26 September 2001) in Zusammenhang mit der Vorbereitungen für den 52 Kongress des Weltinstituts für Fortgeschrittene Phänomenologische Forschung und Bildung (USA), der in Kooperation mit dem IAF in Juni 2002 in Wien stattfinden sollte. Der Kongress wurde Anfang 2002 abgesagt.
FRIEDENS- UND MENSCHENRECHTSINITIATIVEN
Das Institut für Axiologische Forschungen ist Organisator der Candle of Peace Campaign (1999-2000). Es hat außerdem an folgende Initiativen teilgenommen: