Michel Foucaults Überlegungen zum modernen Überwachungsstaat
„Der Mensch, zu dessen Befreiung man einlädt, ist bereits in sich das Resultat einer Unterwerfung, die viel tiefer ist als er.“
Das Anliegen des französischen Philosophen Michel Foucault (1926-1984) ist es, zu zeigen, dass die moderne Disziplinarmacht nicht nur verbietet und einschränkt, sondern produktiv ans Werk geht, um die Individuen nach ihrem Bedarf zu disziplinieren und hervorzubringen. Anhand des Modells des Panoptikums, jenem Bild des allgegenwärtigen und unsichtbaren mächtigen Überwachers und Zensors, werden jene Mechanismen angesprochen, die im Hintergrund moderner Gesellschaften wirken und von dort her die demokratischen Spielregeln immer wieder außer Kraft zu setzen versuchen.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Der Wille zum Sinn: Viktor Frankls Überlegungen zur Grundlegung einer Existenzanalyse
Das Bild vom Menschen, so wie es die Psychoanalyse entworfen hat, erfasst nach Frankl nicht die Totalität des Menschen als leib-seelisch-geistiger Einheit. Im Menschen gibt es nicht nur einen „Willen zur Lust“ (Freud) und einen „Willen zur Macht“ (Adler), sondern auch einen „Willen zum Sinn“. Oft macht sich jedoch ein Sinnlosigkeitsgefühl breit, das mit einem Leeregefühl und einem existentiellen Vakuum verbunden ist. Frankl will dem Menschen dazu verhelfen seine je spezifische Aufgabe und ganz persönliche Mission zu verwirklichen und damit seinen Sinn im Leben zu finden.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Die Suche nach dem Glück ist so alt wie die Menschheit selbst. Was wir allerdings dazu benötigen, um glücklich zu sein, darüber war man sich nicht immer einig. Auch gab es, gerade im deutschsprachigen Bereich, Vorbehalte gegenüber dem Glücksstreben, ob dieses nicht etwa der Pflichterfüllung zu weichen habe. In neuester Zeit wird das Glück jedoch zu einem eigenen Forschungsfeld: was führt dazu, dass manche Menschen glücklicher sind und manche weniger. Im Vortrag sollen mögliche Wege zum Glück angedacht und gemeinsam reflektiert werden.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Die Auseinandersetzung mit dem Bösen ist so alt wie die Menschheit selbst. In der Sündenfallgeschichte werden wir erstmals mit dem Bösen konfrontiert: Gottes Wille zu missachten - nämlich sein Verbot vom Baum der Erkenntnis von gut und böse zu essen – führt zur Vertreibung aus dem Paradies. In der Folge wird das Böse entweder, wie in der griechischen Philosophie, als Mangel an Einsicht oder wie in der christlichen Tradition als Eigenwille gegenüber Gott, angesehen. Erst in der Moderne wird das Böse, etwas, das um seiner selbst willen angestrebt und zu einer ästhetischen Kategorie erhoben wird, wie etwa bei Marquis de Sade, Baudelaire oder Rimbaud.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Zum Darwinjahr: Zur Geschichtlichkeit des Menschen
Sein, heißt „geworden sein“! Mit diesem Gedanken Hegels bricht am Ende des 18. Jahrhunderts die Veränderlichkeit und Zeitlichkeit in die Philosophie ein, der es seit der Antike immer um das ewige und zeitlose Wesen der Dinge gegangen war. Der Gedanke der Geschichtlichkeit beflügelt die sozialreformatorischen Bestrebungen des 19. Jahrhunderts. Die gesellschaftlichen Umstände sind nicht mehr als von Gott gewollt Vorgegebene hinzunehmen. Sie sind einmal entstanden und können daher auch verändert und neugestaltet werden. Als leibliches, der Zeit unterworfenes Wesen ist der Mensch von seinem Umfeld und seinen Entwicklungsmöglichkeiten abhängig: um sich als Mensch realisieren zu können, bedarf es der Veränderung hin zu einer humaneren Gesellschaft.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Die abendländische Philosophie stand dem Phänomen des Gefühls seit jeher mit Skepsis oder gar Ablehnung gegenüber. Das Gefühl wurde als etwas gesehen, das man durch Ratio und Vernunft in den Griff zu bekommen hatte. In den letzten Jahren sind Affekt, Gefühl und Emotion jedoch ins Zentrum medientheoretischer, philosophischer und künstlerischer Aufmerksamkeit gerückt. Dies hängt nicht zuletzt mit der intensiven Auseinandersetzung mit der Rolle der Gefühle im Bereich der Gehirn- und Kognitionsforschung zusammen, welche die zentrale Bedeutung der Gefühle für alle Bereiche unseres Lebens, auch für den Erkenntnis- und Wissensbereich, betont.
Dr. Susanne Moser, Institut für Philosophie der Universität Wien
Virtual Diversity: Kommunikation und Umgang mit Differenzen in virtuellen Räumen
Immer mehr Leute unterschiedlichen Alters verbringen ihre Zeit in der virtuellen Welt von Chats und Internetforen. Der Weg vom praktischen Kommunkationsmedium zur Internetsucht und zu Realitätsverlust ist nicht weit. Zudem kommt es in diesen "Parallelwelten", die zunehmend als Ersatz für reale Kontakte und Defizite dienen, zu Missverständnissen und Konflikten, ja sogar zu Forenkriegen aufgrund von persönlichen und kulturellen Differenzen oder allerlei Täuschungen. All diese Dramen haben oft unvorhersehbare Auswirkungen auf das reale Leben. Ziel des Seminars ist es auf Gefahren und Dramenauslöser bei der Internetkommunikation hinzuweisen sowie Wege zu einer besseren Verständigung in virtuellen Räumen aufzuzeigen.
Prof. Dr. Yvanka Raynova, Institut für Axiologische Forschungen